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27.02.2018

2018/03 Klippeneck - Sicherung des Verkehrs

Wer mit dem Auto zum Klippeneck fahren möchte muss von Denkingen aus den Anstieg zur Hangkante wählen. Diese Straße schlängelt sich in engen Kurven und Serpentinen hangaufwärts und läßt mit dem Fahrrad fast schon Alpengefühle aufkommen. Gesäumt ist die Straße von Wald, die Bäume stehen bis fast direkt an den Straßenrand. Für den verantwortlichen Förster bedeutet das, die Bäume entlang öffentlicher Straßen regelmäßig zu kontrollieren und abzuschätzen, ob vom Baumbestand Gefahr für den Verkehr ausgeht.  Auch die Straßenmeisterei hat immer ein wachsames Auge auf diese Bäume. Werden  Bäume ausgemacht, von denen Gefahr ausgeht müssen diese Bäume entfernt werden, der Fachmann spricht von Verkehrssicherungspflicht. Für den öffentlichen Wald ist der Förster zuständig, im Privatwald ist der Eigentümer in der Pflicht, der Forstbeamte kann allenthalben informieren oder beraten.

Der Wald entlang der Straße zum Klippeneck ist zum Teil öffentlich, zum anderen Teil in privater Hand, hier einen gemeinsamen Verkehrssicherungshieb zu führen bedeutet einen großen organisatorischen Aufwand und es benötigt eine generalstabsmäßige Vorbereitung: Verkehrsrechtliche Anordnung für die Straßensperrung, Absprachen mit den Betroffenen vor Ort, Terminierung mit den beteiligten Forstunternehmern, Absprachen mit Holzverkauf und Logistik und nicht zuletzt Absprache mit allen betroffenen und beteiligten Waldbesitzern. Alle Vorbereitung wurde abgeschlossen und mittlerweile läuft der Hieb!

Ein Grund, warum dieser Hieb dringend geführt werden muss liegt im Eschensterben. Ein eingewanderter Pilz (Falsches weißes Stängelbecherchen, Hymenoscyphus fraxineus) versteckt das Wasserleitsystem der Eschen und läßt sie schleichend absterben. Kränkelnde oder abgestorbene Kronenteile oder ganze Eschen sind aber tickendende Zeitbomben für Verkehr, Waldarbeiter oder Waldbesucher. Diese Eschen werden glashart und brechen zum Teil völlig unvermittelt in viele Teile und werden zur Gefahr für alle, die in diesem Moment darunter stehen. Auch rotfaule und beschädigte Fichten stehen im Visier des Försters, auch von Ihnen geht Gefahr aus. Und wenn man schon "dran" ist wird der Seitenstreifen natürlich auch regulär durchforstet, da die Straßensperrung dafür natürlich optimale Bedingungen bietet.

Um die Eschen ohne Gefahr für die Beteiligten fällen zu können ist aktuell ein Sennbogenbagger mit Zange und Fällagregat der Firma Niefer im Einsatz. Zuerst werden die Kronen abgekappt und abgelegt, dann werden die Stammteile von oben nach unten abgetrennt und ebenfalls abgelegt.