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19.06.2018

2018/08 Frischholzeinschlag vermeiden!

Der Holzmarkt ist aktuell schwer durch die Schadhölzer im äußersten Süden Deutschlands und der Schweiz  sowie in Mitteldeutschland belastet! Den Waldbesitzern wird geraten, auf Frischholzeinschlag zu verzichten.

In unserer Region führte Burglind zu erheblichen Schadholzanfällen, vielerorts wurde das Schadausmaß deutlich unterschätzt, da die Bäume nicht flächig wie bei Lothar sonder oft einzeln in den Beständen umgefallen sind. In Summe führen die vielen Einzelwürfe dazu, dass die Verträge mit den Kunden praktisch ohne Ausnahme bereits seit Wochen ausgeliefert sind. Die Holztransportuere arbeiten an der Kapazitätsobergrenze und die Werke schneiden das Holz auf höchstem Niveau ein, der sehr gute Schnittholzmarkt unterstützt den Abfluß der waldlagernden Hölzer. Mittlerweile laufen die Preisverhandlungen für das zweite Halbjahr und man braucht kein Prophet zu sein um den Druck auf die Rundholzpreise bei einem Überangebot zu erkennen. Dabei ist noch nicht abzusehen, wie sich eine Käferholzmenge im Sommer auf diesen Markt auswirken könnte.

Auch Friedericke hat ihre Spuren in Deutschlands Wäldern hinterlassen, vor allem in Mitteldeutschland entstanden Lothar-ähnliche Schadflächen. Auch dort fallen deutlich mehr Schadholzmengen an, als der Markt lokal aufnahmen kann. Die Folge sind Bahnverladung und Ferntransport. Die Rundholzpreise in Mitteldeutschland wurden von den Einkäufern vor Ort derart weit gedrückt, daß es für hiesige Sägewerke mit Gleisanschluß interessant ist, sich auch dort zu bedienen. Billiges Holz aus Mitteldeutschland wiederum verstopft den Abfluß bei uns in Süddeutschland und drückt auch hier auf die Preise.

Den Waldbesitzern im Kreis Tuttlingen wird daher angeraten, im Moment kein Frischholz aufzuarbeiten und an den Markt zu bringen. Wenn Käferholz aufgerarbeitet werden muss, sollen sich Privatwaldbesitzer unbedingt mit dem zuständigen Revierleiter in Verbindung setzten, um die Sortierung und die Sortimentsbildung zu besprechen - Außerdem müssen die Mengen vorkonzentriert werden. In dieser schwierigen Marktsituation können Klein- und Kleinstmengen nicht mehr bearbeitet werden, die Käufer lehnen diese Lose ab. Klein- und Kleinstmengen müssen deshalb dringend zu anderen Hölzer gepoltert werden, dabei gelten aber folgender Regelen:

  • Farbiges Holz ist tabu! Auf Polter die bereits eine Holzlistennummer aufgespritzt haben darf kein weiteres Holz darauf gelegt werden. In diesem Fall müssen die zusätzliche Stämme in Kranreichweite (Radius 8 m) neben dem bereits aufgenommenen Polter abgelegt werden, z.B. im Anschluß oder gegenüber
  • Werden Hölzer mehrer Waldbesitzer aufeinander oder in direkter Nachbarschaft gepoltert müssen die Stämme eindeutig mit den Waldbesitzerdaten gekennzeichet sein, z.B. M.M für den Max Mustermann

Generell gilt: Wer Kleinmengen unter 10 fm erzeugt muß Polterung und Sortenbildung zwingend mit dem zuständigen Revierleiter absprechen!

  • Unabgesprochen gepolterte Mengen,
  • Falsch sortierte Lose und
  • Kleinlose in Alleinlage

laufen Gefahr nicht vermarktbar zu sein!

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen