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18.09.2018

2018/11 Schäden im Wald immens - Lage am Holzmarkt prekär!

Waldbesitzer sollten auf Befallsanzeichen achten! Immer deutlicher werden die Schäden im Wald erkennbar. Mittlerweile werden praktisch landesweit und weit darüber hinaus die Folgen der aktuellen sommerlichen Hitze und der Niederschlagsarmut sowie der Borkenkäfermassenvermehrung sichtbar. Vielfach treten Dürreschäden zusammen mit Kupferstecherbefall auf und bringen mit großer Dynamik sowohl jüngere aber auch mittelalte Bestände zum absterben. Etwas zeitverzögert scheint auch der Buchdrucker nun zuzuschlagen. Um eine weitere Vermehrung der Borkenkäfer möglichst zu verhindern, ist es notwendig, befallene Bäume rasch einzuschlagen und zeitnah aus dem Wald zu entfernen. Desweiteren gibt es auch noch andere hilfreiche Maßnahmen wie Verrottungsschnitt im Kronenbereich oder Verbrennen der Resthölzer (Vorsicht bei trockener Witterung).

Eine regelmäßige Kontrolle der Waldflächen durch die Privatwaldbesitzer ist unerlässlich. Eine Pflicht hierzu ergibt sich rechtlich aus dem Landeswaldgesetz für alle Waldbesitzer (vgl. LWaldG § 14 (1), 4/5). Wenn Sie Fragen zum Thema haben oder Unterstützung bei der Aufarbeitung von Käfernestern benötigen wenden Sie sich bitte an den zuständigen Forstrevierleiter oder an das Kreisforstamt (07461/926-1200). Weitere Informationen erhalten sich auch aktuell auf den Seiten des Kreisforstamtes beim Landratsamt unter www.landkreis-tuttlingen.de/forstamt

Wir haben zur Waldschutzsituation extra eine Seite "BORKENKÄFER" eingerichtet, hier sind viele fachlichen Informatione und Hintergrundwissen zusammengefasst, außerdem gibt es weiterführende Links.

Situation Holzmarkt

Immer mehr bestimmen die zufälligen Nutzungen den Holzmarkt: Der österreichische Holzkurier spricht von einer Jahrhundertkatastrophe für den Wald. Noch sind bei weitem nicht alle Hölzer aus den Winterstürmen und der letzten Einschlagssaison vermarktet, vor allem im südlichen Landesgebiet warten noch erhebliche Mengen auf die Abfuhr und den Einschnitt.

Am Markt für Fichten/Tannen-Stammholz ist deutlich zu viel durch Überlagerung und Verfärbung oder Borkenkäferbefall in der Qualität reduziertes Rohholz. Auch der Markt für Verpackungsholz steuert auf ein radikales Überangebot zu. Die noch offenen Vertragsmengen werden weitgehend für das Holz aus zufälliger Nutzung (Dürre, Borkenkäfer) gebraucht werden, nicht vertraglich gebundene Holzmengen sind sowohl in den Sorten ST B/C wie auch SP C/D unter preislichem Druck. Weiterhin ist die zu geringe Fuhrkapazität ein wesentlicher, begrenzender Faktor beim Abfluß der Hölzer auf dem Markt, Mindest-Los- und Poltergrößen müssen unbedingt beachtet werden.  Aus diesen Gründen muss:

  • vom Einschlag von Frischholz dringend abgeraten werden und
  • damit gerechnet werden, dass die anfallenden und zu vermarktenden Kalamitätshölzer nur sehr langsam abfliessen können und
  • diese Hölzer preislich stark unter Druck geraten werden.

Einzig die gute Konjunktur der Sägeindustrie und der hohe Durchsatz in den Sägewerken mit der entsprechenden Nachfrage nach Schnittholz ist ein Silberstreif für Waldbesitzende. Dass die Marktsituation zwischen Waldbesitzenden und Holzindustrie aktuell massiv verschoben ist liegt auf der Hand. Für den Waldbesitz ist deshalb ein besonnens Handeln wichtig!

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen