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08.04.2019

2019/06 Schneebruchaufarbeitung in vollem Gang

Schneebruchbewältigung und Borkenkäfervorbeugung auf dem Heuberg – ein gemeinschaftlicher Kraftakt für die Walderhaltung

Derzeit ist in den Schneebruchgebieten außerordentlich viel Betrieb. Es ist sehr erfreulich mit welchem Einsatz die Waldbesitzer, alle Mitarbeiter des Forstamtes und die eingesetzten Unternehmer die Schadensbewältigung angehen und der drohenden Borkenkäferkalamität vorbeugen. Nachfolgend will das Forstamt kompakt und kurz über den Stand informieren sowie zu verschiedenen Themen Hinweise geben. Wir weisen zu Informationen auch auf die Schneebruchseite hin:

Arbeitssicherheit hat immer oberste Priorität

Es sind bereits mehrere Unfälle passiert, die glücklicher Weise noch einigermaßen glimpflich ausgegangen sind. Daneben gibt es einige „beinahe Unfälle“, die als weitere Warnschüsse anzusehen sind. Bitte bleiben Sie bei aller Hektik und Eile besonnen, arbeiten sie umsichtig und nicht alleine. Halten sie bitte auch weiterhin die Wege frei, falls doch ein Rettungswageneinsatz erforderlich wird. Den forstlichen Rettungsplan ist über die Internetseiten des Kreisforstamtes jederzeit einsehbar.

Das Forstamt erlässt eine Allgemeinverfügung

Dies ist ein rechtliches Instrument, das der unteren Forstbehörde ermöglicht, ab Ende Mai ohne weiteres Zutun Schadholz aufzuarbeiten und Borkenkäferbekämpfung durchzuführen. Derzeit hat das Forstamt alle Hände voll zu tun, die beauftragte Aufarbeitung im Privatwald sowie bei den betreuten Kommunen zu erledigen. Dies hat vorrangig Priorität.

Vorarbeiten sind abgeschlossen und Aufarbeitung beginnt mit hoher Maschinenkapazität

Mit enormem Einsatz haben alle Förster aus dem Kreis eine wichtige Vorarbeit, das Auszeichnen“, weitgehend abgeschlossen. Erfreulicherweise stellt der Kreis zusätzliche Mittel bereit, um das Team zu verstärken. Insbesondere können zeitweilig Maschineneinsatzleiter eingestellt und Mitarbeiter anderer Waldbesitzer für die weitere Auszeichnung von Schadholz finanziert werden.
Derzeit sind acht Vollerntersysteme im Einsatz. In den kommenden zwei Wochen werden diese um drei Systeme aufgestockt. Damit beginnt nun die Hauptaufarbeitungsphase in den Schadblöcken, für die Waldbesitzer, die uns die Aufarbeitung übertragen haben.
Eine wichtige Aufgabe, die derzeit erledigt wird, ist die Anlage von Rückegassen. Hierbei gehen wir möglichst gerecht und umsichtig vor. Das heißt, wir wollen ein dauerhaftes Erschließungsnetz einlegen, das langfristig verwendet werden kann und den technischen Anforderungen entspricht. Vorhandene Linien sollen prioritär verwendet werden, müssen aber oftmals erweitert werden. Bei einer Neuanlage ist ein 20m-Abstand mit 4m Breite Standard. Häufig werden die Gassen auf Grenzen gelegt und bei sehr schmalen Flurstücken ein Versatz eingebaut, um eine möglichst gerechte Verteilung zu erreichen.

Lagerplätze sind ein Engpass

Der Heuberg ist gesegnet mit großflächigen seltenen Wiesenlebensräumen und Biotopen. Diese sind empfindlich und weisen bereits oft einen hohen Gefährdungsgrad auf. Eine „wilde Lagerung“ auf wertvollen Lebensräumen darf nicht stattfinden. Ebenso ist eine häufige Überfahrt ohne den Lebensraum zu zerstören nicht mehr möglich. Hier zeigen sich dann die Nachteile unerschlossener Waldbereiche in vollem Ausmaß.
Die gewohnten Lagerplätze werden genutzt. Daneben werden freundlicherweise im angrenzenden Gemeindewald Lagerplätze zur Verfügung gestellt. Alle Lagerplätze können auch im Internet eingesehen werden. Die Wiesenlagerplätze werden demnächst ergänzt (siehe Schneebruch Sonderseite)
Nutzbare Wiesenlagerplätze werden vor Ort markiert und im Internet kartenmäßig dargestellt. Diese sind knapp bemessen und dürfen keinesfalls „überschritten“ werden, da meist direkt wieder Lebensraumtypen angrenzen. Alle Wiesenlagerplätze, die wir ausweisen, müssen wieder hergerichtet und häufig muss auch ein Förderungs- und Ertragsausfall ausgeglichen werden.
So wie es aussieht müssen innerhalb der Schadblöcke auch Lagermöglichkeiten geschaffen werden. Hierbei werden wir, in den uns übertragenen Bereichen, auf eine möglichst geringe weitere Labilisierung der Bestände und gerechte Verteilung achten.Es muss zwingend auf eine effektive Lagerung geachtet werden. Aufgenommenes Holz kann sortenweise zusammengepoltert werden.

Die Wege werden leiden

Die kommenden, enormen Holzmengen werden die vorhandenen Wege erheblich beanspruchen. Damit ist jeder gefordert einen brauchbaren technischen Zustand der Wege zu erhalten. Spätestens mit der Abfuhr werden, je nach Witterung, Beeinträchtigungen auftreten. Aber auch die Aufarbeitung mit Vollernter und Tragschlepper stellt eine andere Belastung dar, als bei einem landwirtschaftlichen Schlepper. Das Forstamt sucht nach Lösungen, die technische Befahrbarkeit zu erhalten. Mit dem Auto kann man sicher nicht mehr so sauber wie bisher in diesen Bereichen fahren.

„Straßenlagerung“ ist ein sehr heikles Thema

Für die Lagerung entlang von Straßen gibt es strenge Vorgaben. Bei Holzlagerung entlang von öffentlichen Straßen muss ein Abstand von 7,5 m eingehalten werden. Dieses Holz ist aber von einem Holzlaster nicht mehr zu erreichen. Außerdem darf ein Holzlaster im fließenden Verkehr nur dann Holz aufladen, wenn er vorn und hinten je von einem Posten gesichert ist.
Das Forstamt versucht dort wo es nötig ist zusammen mit der Straßenbaubehörde, zeit- und bedarfsgerecht örtlich befristete Straßensperrungen oder zumindest Geschwindigkeitsreduzierungen umzusetzen.

Vermarktung nur für vorgegebene Aushaltung

Es häufen sich die Polter. Bitte halten Sie das Holz zwingend nach den genannten Vorgaben aus, sonst kann dieses nicht von der Holzverkaufsstelle für die Vermarktung übernommen werden. Schreiben Sie weiterhin bitte ihren vollen Namen an und verwenden Sie die schriftliche Form zur Anzeige der gewünschten Aufnahme durch den Revierleiter (Vordruck über die Schneebruch-Sonderseiten oder Handzettel). Alles andere ist nicht händelbar.

Reisigverbrennung?

Aus Waldschutzgründen ist die Verbrennung von Reisig nicht erforderlich. Im Gegenteil sind eher abträgliche Wirkungen vorhanden. Nährstoffe werden schnell freigesetzt und ausgewaschen, die Humusbildung und der Wasserhaushalt werden nicht befördert und nicht zuletzt entsteht eine Waldbrandgefährdung.
Wer es sauber haben möchte, kann gerne im Wald Haufen bilden, möge diese aber nicht verbrennen. Das unterstützt die Kreisläufe im Wald. Wer dennoch verbrennt trägt das Risiko, wir empfehlen, das Feuer bei der Leitstelle anzumelden.

Gebrochene Bäume sind ein sehr hohes Risiko

Es ist absolut nachvollziehbar, dass Mann und Frau versucht, bei dem örtlich vorhandenen Schadausmaß jeden Baum der noch irgendwie eine grüne Krone besitzt zu erhalten. Leider gibt es große Bereiche, in denen die Bestände und Einzelbaume aufgrund fehlender oder zu schwacher Durchforstungen, außerordentlich kurzkronig sind. Selbst wenn noch die Hälfte der grünen Krone erhalten ist, so kann in dieser Situation nicht mehr von einem vitalen Baum gesprochen werden. Umgekehrt ist dieser höchst geschwächt und absolut anfällig für einen Käferbefall. Daher die nochmalige Bitte an Alle, die selbst aufarbeiten, wirklich nur ausnahmsweise und tatsächlich vitale Bäume mit geringen Kronenbrüchen stehen zu lassen bzw. umgekehrt alle anderen gebrochenen Fichten aufzuarbeiten.