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10.07.2019

2019/09: Borkenkäfer in den Startlöchern!

Mit der ersten Käferwelle in diesem Jahr steht nach dem Schneebruch die nächste Herausforderung für Waldeigentümer an. Im Gegensatz zum Schneebruch sind nun alle Fichtenwälder im gesamten Landkreis vom Borkenkäfer bedroht. Je südlicher und niedriger die Lage, umso größer ist der Befallsdruck und umso rascher zeigen sich die Schadmerkmale.

Die kühle und feuchte Witterung im Frühjahr hat den Wäldern ein wenig Zeit verschafft. Der Zustand der Bäume ist nach dem Trockensommer 2018 aber weiterhin schlecht. Trocken-heiße Phasen begünstigen und beschleunigen die Entwicklung der Käferlarven unter der Borke und ihr zerstörerisches Werk wird demnächst sicht-bar werden.

Deshalb sollen/müssen Waldeigentümer ihre Wälder ab jetzt und bis in den Herbst hinein regelmäßig und intensiv kontrollieren.
Die ganze Aufmerksamkeit gilt dabei den frisch befallenen Fichten. Wichtig sind möglichst wöchentliche Kontrollgänge, um bereits die ersten Anzeichen eines Stehendbefalls zu erkennen:

  • braunes Bohrmehl am Stammfuß - hinter Rindenschuppen oder Vegetation
  • Harztröpfchen am Kronenansatz
  • Spechtspiegel (abgeschlagene Rindenschuppen)
  • abfallen grüner Nadeln (Nadelteppich)
  • abfallende Rinde bei grüner Krone

Priorität haben bei der Kontrolle besonnte aufgelockerte Bestände, Bäume in der Nähe von letztjährigem Befall und aufgelockerte Bestandesränder. Auch bereits durch Kupferstecher vorgeschädigte Bäume (abgestorbene Gipfel) werden bevorzugt vom Buchdrucker befallen. Insgesamt muss aufgrund des hohen Befallsdruckes und der starken Vorschädigung durch die letztjährige Trockenheit auf der ganzen Fläche mit neuem unvermittelten Stehendbefall gerechnet werden.

Erkannte Käferbäume müssen rasch aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden. Gelingt dies nicht, muss das Ausfliegen einer neuen Käfergeneration durch Polterspritzung verhindert werden. Dagegen macht es keinen Sinn Totholzbäume aufzuarbeiten, bei denen der Käfer bereits ausgeflogen ist. Dieses Holz ist auf dem Holzmarkt kaum oder nicht absetzbar und belastet den Markt. Hier ist keine Eile mehr geboten. Wer möchte, kann diese Bäume auch im Winter noch als Brennholz aufarbeiten. Man wird sich an mehr stehendes Totholz in der Landschaft gewöhnen müssen.

Das Forstamt bietet am Freitag den 12. Juli eine Informationsveranstaltung zur Erkennung und Behandlung von Käferbäumen an.
Treffpunkt: Schlosshalle Wurmlingen um 15.00 Uhr.

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen