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01.03.2020

2020/02 Die Schneebruch-Sonderseiten werden geschlossen

Nachdem der Großteil der Arbeiten zum Schneebruch 2019 abgeschlossen sind werden die Schneebruch-Sonderseiten geschlossen. Jetzt im März 2020 werden immer noch Abrechnungen von Hiebseinheiten erzeugt. Dieser Teil der Schneebruchbewältigung hat sich länger hinausgezögert als erwartet und er macht deutlich länger Arbeit als angenommen. An dieser Stelle wollen wir nun die Chronologie der Katastrophe und ihrer Bewältigung einstellen:

Januar

  • Schneefälle in den ersten beiden Januarwoche durch eine Nordwetterlage führen zu massiven Schneebruch und -druckschäden auf dem Heuberg!
  • Das Forstamt beruft eine AG Schneebruch ein, sie koordiniert das weitere Vorgehen.
  • In den ersten Revieren laufen sofort Hiebsvorbereitungen und vor allem im Kommunalwald auch sofort Maschinen. Die Aufarbeitung konzentriert sich auf Waldgebiete die vollständig feinerschlossen und bereits maschinell vorgepflegt sind.
  • Absprachen mit zusätzliche Unternehmer erhöhen und fokusieren die Aufarbeitungskapazität auf das Schadgebiet Heuberg
  • Zusätzliche Lieferverträge werden abgeschlossen, andere deutlich aufgestockt
  • Beschaffung von Schneeschuhen für die Revierleiter vor Ort als aktuell wichtigstes Arbeitsgerät, Beschaffung eines lasergestützen Messgerät zur schnellen Erfassung von Distanzen und Baumhöhen
  • Erste Schadholzhiebe werden fertig und erste Abfuhren laufen

Februar

  • Einrichten der Schneebruchsonderseiten auf der Internetpräsenz der Holzverkaufsstelle
  • Das Forstamt beruft die Task-Force Schneebruch ein, sie erstellt ein Handlungskonzept und bereitet die Informationsveranstaltung in Böttingen vor
  • Unabhängig vom Schneebruch auf dem Heuberg führt ForstBW die nächste Generation von Holzaufnahmegeräten ein, diese Geräte ermöglichen per GPS auch Kartenanwenungen im Wald, die neuen Funktionen unterstützen die Revierleiter in den Schadgebieten bei ihrer Arbeit!
  • Download Seite mit Hinweisen zu Vermessung, Polterung und Sortierung im Schneebruch, außerdem Rückmeldung / Vollmacht (PW2)
  • Revierleiter aus Revieren, die nicht vom Schneebruch betroffen sind unterstützen die betroffenen Reviere
  • 18.02.2019: WB Infoveranstaltung in der Gemeindehalle in Böttingen, fast 300 interessiert Waldbesitzer kommen dorthin
  • Kartendarstellung der zentralen Holzlagerplätze und der LKW befahrbaren Waldwege über das GIS des Landratsamtes, öffentlicher Zugang über die Schneebruchsonderseite
  • Ergänzung der Schneebruchsonderseite um die Inhalte der WB Infoveranstaltung
  • 1. Welle Anschreiben der Waldbesitzer auf dem Heuberg

März

  • Forstpräsident Joos besichtigt mit den Kollegen vor Ort Schadflächen. Der intensive fachliche Austausch ist wichtig, auch der Transport der Sorgen im Schadgebiet in die Politik ist ein Thema, außerdem: Die angespannte Waldschutzsituation durch Trockenheit und Rindenbrüter landesweit und im Kreis Tuttlingen.
  • 08.03.2019 Information zu vollmechanisierter Holzaufbereitung, Schützenhaus Böttingen
  • Darstellung der Flurstücke in der öffentlichen GIS Karte
  • 15.03.2019, 15.00 Uhr Information zu vollmechanisierter Holzernte, Parkplatz Gasthaus Risiberg
  • 2. Welle Anschreiben der Waldbesitzer auf dem Heuberg
  • 20.03.2019: Einschätzung des Risikopotentials im Schadgebiet durch Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg und der Forstdirektion Freiburg
  • Beiträge zum Schneebruch auf dem Heuberg in der Schwäbischen Zeitung und in Regio-TV
  • Vorbereitung der deligierten Waldflächen für den Maschineneinsatz

April

  • Intensivierung der Maschinenkapazität
  • 08.04.2019 FBG Böttingen-Mahlstetten, Mitgliederverwammlung
  • Beginn Blockaufarbeitung Böttenbühl und Kreuzenberg
  • 11.04.2019: Allgemeinverfügung Aufarbeitung Schneebruchgebiet Heuberg
  • Papierholzpuffer: Im Längenloch wird das erste von mehreren Papierholzpuffer angelegt.

Mai

  • 06.05.2019: Ab diesem Datum ist die Allgemeinverfügung wirksam, das Kreisforstamt darf zur Gefahrenabwehr nun auch gegen den Willen oder ohne Einverständnis eines Waldbesitzers die Flächen bearbeiten
  • Wiesenlagerplätze: Nun gibt es um Böttingen auch Lagerflächen außerhalb Wald, diese Lagerflächen wurden mit der unteren Naturschutzbehörde, dem Landwirtschaftsamt und den Bewirtschaftern abgestimmt und sind über die öffentlichen Schneebruchkarten einzusehen.
  • Die Pufferflächen werden befüllt, überwiegend sind das Hölzer für die Papierindustrie, sie werden erst im Lauf des zweiten Halbjahres abfließen (Längenloch, Böttenbühl, Zufahrt zur Dürheimer Skihütte). Zum Teil werden auch Standardlängen vorkonzentriert, vor allem aus dem Guttert, da es dort entlang der Waldwege viel zu wenig Lagermöglichkeiten gibt!
  • Für die überwiegende Zahl der Flächen hat das Forstamt mittlerweile die Beauftragung, die Bearbeitung der Flächen läuft mit großer Schlagkraft, mittlerweile sind 11 Harvester im Schneebruchgebiet im Einsatz.
  • Auf großer Fläche haben die Förster die Hiebsvorbereitung aus Auszeichnen, und wo notwendig, Einlegen der Feinerschließung abgeschlossen. Die Hauptaufgabe liegt mittlerweile auf der Holzaufnahme, damit die eingeschlagenen Lose rasch der Logistik zugeführt werden können.
  • Zum Ende des Mai sind bereits über 25.000 fm auf Liste, weitere 7.000 fm sind eingeschnitten und warten auf das Rücken und die Holzaufnahme - und täglich werden weitere 800 bis 1.000 fm aufgearbeitet. Auch die Waldeigentümer, die ihr Holz selbst aufarbeiten reissen einen großen Job und legen ein beachtliches Aufarbeitungstempo vor!

Juni

  • Die Zeit der Aufarbeitung geht weiter, der Holzabfluß ist weiterhin gut
  • Lagerung außerhalb Wald in Puffern: Aufgearbeitetes Holz ist Brutraum für die gefürchteten Rindenbrüter, außerdem können die imensen Mengen nicht spontan abfließen. Immer weiter fließt Holz aus dem Wald in die Pufferpolter. Dort trocknet das Holz an und ist dann nicht mehr fängisch, eingebohrte Borkenkäöfer können ihre Brut nicht erfolgreich beenden, wir können damit auch viele Schutzspritzungen verhindern.
  • Die Politik legt aus aktuellem Anlass neue Förderrichtlinien auf, durch sie können Pufferpolterbeschickung und Hackereinsätze bezuschußt werden, wenn damit Gefahren abgewehrt und Insektizideinsatz verhindert wird. Die Suche nach den Pufferflächen gestaltet sich aufwändig: man benötigt einen ganjährig befahrbaren Weg, räumbar, Bewirtschafter und Eigentümer müssen einverstanden sein, die Flächen dürfen keinem Schutzstatus (FFH, Biotop,...) unterliegen. Zusammen mit dem Landwirtschaftsamt und den helfenden Landwirten auf dem Heuberg gelingt dies, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Juli

  • In den Monitoringfallen des Kreises wird ein starker Schwärmflug von Buchdrucker und Kupferstecher verzeichnet. Im Wald liegendes Holz - vor allem von restlichen Gipfeln - wird bebrühtet, ebenso die Hackrohholzhäufen.
  • Die Nutzholzsortimente werden wo befallen prioritär abgefahren, nur vereinzelt müssen Vor-Ausflugspritzungen mit Insektiziden erfolgen. Beeinträchtigungen des Schneebruchholzes durch den "Lineatus" sind bislang noch selten.
  • Die vorbereiteten "Berge" an Hackrohholz werden mit einem Großhacker zu Hackschnitzeln gemacht und aus dem Wald abtransportiert.
  • Von Borkenkäfer bebrütetes Material in Rückegassen soll versuchsweise gemulcht werden, in Abstimmung mit der Forstdirektion Tübingen wird ein Test zur Umsetzung und zur Wirksamkeit gestartet.
  • Kurz vor den großen Ferien sind 60.000 fm Schadholz aufgearbeitet, mittlerweile ist davon auszugehen, dass das Schadausmaß auf über 80.000 fm liegen wird!

August und September

  • Aus dem Schneebruch kommen die Waldbesitzer auf dem Heuberg direkt ins Käfergeschehen
  • letzte Flächen werden mit dem Harvester bearbeitet, die Abfuhr läuft auf Hochtouren.
  • Die eingerichteten Puffelager bewähren sich, die Kontrollen an den Poltern ergeben, dass sie nicht vom Käfer bebrühtet sind und damit kein Waldschutzproblem darstellen
  • Die laufende Abfuhr und die Pufferpolter machen chemische Schutzspritzung weitgehend entbehrlich, nur wladlagernd befallene Hölzfer müssen kurativ behandelt werden um zu verhindern, dass die Borkenkäferbrut ausfliegt.
  • Mittlerweile wird klar, dass das Schadausmaß mehr als 100.000 fm betragen wird.

Oktober bis Januar

  • Nachdem die Arbeiten im Wald abgeschlossen sind laufen die Arbeiten in der Holzverkaufsstelle auf Hochtouren.
  • Die eingehenden Werksvermessungsprotokolle müssen gesichtet überprüft und verabreitet werden.
  • Die Abwicklung der beantragten Förderung für die Einrichtung der Pufferpolter, das Hacken des Restholzes und des Mulcheinsatzes laufen
  • Die großen Hiebseinheiten können nun endlich abgerechnet werden. Die Abrechnung allerdings wird sich bis ins neue Jahr hin ziehen.
Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen