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02.03.2020

2020/03 Holzmarkt aktuell

Am Holzmarkt: nur ein kurzer Lichtblick zu Beginn des Jahres

Zum Ende des letzten Jahres hat sich auf dem Nadelrundholzmarkt die Nachfrage nach frischem Holz stabilisiert, die Vorräte an Holz aus Borkenkäferbefall und Dürre konnten abgebaut werden. Bei den Preisverhandlungen wurden für Frischholz in Vorverkaufsverträgen wieder deutlich höhere Preise erzielt, der Leitpreis lag bei den Schwarzwaldsägern für Fichte L2b B bei 80 € je Festmeter, in den östlichen Landesteilen blieben die Preise bei 64 bis 69 € je Festmeter.

Das Orkantief „Sabine“ und das Sturmtief "Bianca" haben in ganz Mitteleuropa Sturmschäden im Wald angerichtet. Die Schadausmaße sind regional aber sehr unterschiedlich. So gibt es in Baden-Württemberg Schadschwerpunkte im südlichen Schwarzwald und auf der Baar, außerdem im schwäbischen Oberland. Die angefallenen Schadholzmengen können nicht zeitnah auf den regionalen Holzmarkt abfließen, und so hat sich sofort ein starker Preisdruck auf das Rundholz ergeben. Mittlerweile liegen die Preise für Frischholz mit Preisen unter 70 € wieder auf dem Niveau des späten Sommers 2019.

Zu Viel Schadholz am Markt

Bei einem Überangebot und deutlich abgesenkten Preisen kann im Nadelstammholzsegment nicht zu einem Einschlag von frischem Holz geraten werden. Den Waldbesitzern wird geraten, sich auf die Aufarbeitung von Sturm und Käferholz zu konzentrieren, um der weiteren Vermehrung von Borkenkäfern entgegen zu wirken.

Qualitativ unterscheidet sich das Schadholz grob in drei Segmente:

  • Sturmholz: frisches Holz, kaum beeinträchtigte Holzqualität
  • Käferholz: Holz mit aktuell festgestelltem Befall, im Los sind frische Anteile, Holz ist nur wenig oder leicht verfärbt, Rindenablösung höchstens im oberen Stammbereich
  • Käferholz alt / Dürrholz: stehend trockenes, meist verfärbtes Holz, Rindenablösung über den gesamten Stamm. 

Sturmholz und Käferholz kann in langer Form ausgehalten werden, die Preise sind unbefriedigend niedrig, lediglich frisches Sturmholz kann noch etwas bessere Preise erlösen. Da der Abfluss aktuell nicht zeitnah sicher gestellt werden kann, müssen diese Hölzer gegen den Befall holzbrütender Insekten Schutzgespritzt werden. 

Käferholz alt und Dürrholz (Güte (C)/D) stellt kein Waldschutzrisiko mehr dar und ist am Holzmarkt bei sehr schlechten Preisen nur schwierig unter zu bringen. Deshalb sollten kleinere Mengen dieses Holz möglichst als Brennholz verwertet werden. Da von diesen Bäumen keine Käfergefahr mehr ausgeht, kann man sie im Moment auch stehen lassen. Wenn eine trotzdem Aufarbeitung erfolgt, ist Stammholz in langer Form nur ab einer LKW Ladung (25-30 fm) verkäuflich.

Kleinere Anfälle sollen als Kilben (in 4 oder 5 m Länge) ausgehalten werden. Da es auch in diesem Segment ein Überangebot gibt sind die Preise für D-Holz unbefriedigend niedrig und ein Abfluss in den kommenden Monaten unwahrscheinlich.

Papierholz (IS Güte N/F, frisch) aus Durchforstungen von sehr schwachen Beständen kann problemlos eingeschnitten und verkauft werden. (Stand 07.05.2020: Auch der Papierholzverkauf stockt, nur noch Papierholz aus zufälliger Nutzung mitgehend aufarbeiten, planmäßige Papierholzhiebe müssen ab sofort unterbleiben)

Dagegen sollte für Industrieholz der Güte K (krank, Spanplatte, Dämmstoffe) im Privatwald die Nutzung als Brennholz geprüft werden.

Kleine Holzmengen in logistischer Alleinlage

Holzlogistik ist mittlerweile sehr teuer, die Schadsituation macht Holztransporte zum knappen Gut. Deshalb werden Kleinmengen unter 10 fm in Alleinlage von den Käufern nicht mehr akzeptiert. Waldbesitzer die aus Schadholzaufbereitung weniger als 10 fm Holz je Sorte aufarbeiten, müssen dieses Holz zusammen mit Mengen anderer Waldbesitzer lagern. Bitte sprechen Sie sich mit anderen Waldbesitzern oder dem zuständigen Revierleitenden ab.

Aushaltungsmerkblatt aktuell

2020 Aushaltung Schadholz Sturm/Käfer/Dürre (PDF, 155 kB, 10.07.2020)

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen