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23.03.2020

2020/04 Corona mit weitreichenden Auswirkungen auf den Rundholzmarkt

Die Corona-Pandemie hat auch für die Holzindustrie Folgen. Mittlerweile mussten viele holzverarbeitenden Firmen ihre Produktion auf nicht absehbare Zeit drastisch einschränken oder sogar einstellen. Weil die Werke still stehen wird derzeit auch kein Waldholz übernommen. Das Holz kann nicht aus dem Wald abfließen. Bestehende Verträge werden außer Kraft gesetzt, was aufgrund der Kalamitätsklauseln auch möglich ist.

Für Waldeigentümer im Landkreis Tuttlingen besteht derzeit folgende Situation:

 

 

  • Aus Gründen des Waldschutzes soll Käfer- und Sturmholz nicht im Wald bleiben, es sollte aufgearbeitet und an den Waldweg gerückt werden! Nur so kann die weitere Vermehrung der Borkenkäfer reduziert werden.
  • Weil der Abfluss des Holzes stockt wird viel Holz für einige Zeit im Wald liegen bleiben, dadurch wird die die Qualität des Holzes leiden.
  • Die geringen Möglichkeiten zur Holzkonservierung im Landkreis Tuttlingen und bei den Sägewerken (Naßlager) sind begrenzt und bereits erschöpft.
  • Zum Werterhalt muss das bessere Nadelstammholz (Fi/Ta Güte B/(C)) gegen holzbrütende Insekten (Lineatus, Nutzholzbohrer) ab Ende März gespritzt werden.
  • Als effektives Mittel gegen die Vermehrung der rindenbrütenden Borkenkäfer (vor allem Buchdrucker, Kupferstecher) müssen ab April/Mai befallene Polter vor Ausflug der Borkenkäfer gespritzt werden.
  • Wegen der Notwendigkeit der Spritzungen darf Holz nicht an offenen oder fließenden Gewässern lagern, auch nicht in bestimmten Wasserschutzzonen oder auf naturschutzrelevanten Freiflächen!
  • Detaillierte Informationen zur Aufarbeitung und Sortierung des Holzes finden sie auf der Internetseite der Holzverkaufsstelle und des Kreisforstamtes des Landkreises Tuttlingen
  • 2020 Aushaltung Schadholz Sturm/Käfer/Dürre   (PDF, 155 kB, 24.03.2020)
  • Wegen der absehbaren Schadholzmengen und der Werksstillegungen sind die Preise sehr stark unter Druck.

Bei Fragen bitten wir die Waldeigentümer, sich an die zuständigen Revierleitenden zu wenden. Wir bitten um Verständnis, dass auch die Revierleitenden persönliche Termine auf ein Minimum beschränken. Bitte nutzen Sie zum fachlichen Austausch vor allem Telefon oder Mail.

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen