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24.05.2020

2020/06 Dürre, Borkenkäfer und Corona - Schraubstock für Waldeigentümer

Die extrem schwierige Lage im Wald wird weiter anhalten: Die Dürrepriode ebnet den Teppich für rindenbrütende Borkenkäfer und beschert dem Holzmarkt eine Schwemme an Schadholz, die die Holzindustrie so nicht einfach verarbeiten kann. Eine kurze Analsye:

Bereits der Sommer 2018 war zu heiß und zu trocken, der Sommer 2019 war nur unwesentlich feuchter und auch für 2020 stehen die Zeichen auf Alarm. Zwar gab es im Winter deutlich mehr Niedrschlag als in den Vorjahren, der April war aber viel zu warm und fast niederschalgsfrei. Wie es um unsere Böden steht, zeigt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums. Die Karten, die das Zentrum erstellt gründen sich auf vielfälltige Datengrundlagen, nicht zuletzt auf Umweltdaten von NASA-Sateliten und sie zeichnen ein erschreckendes Bild. 

Dürre, also trockene und heiße Sommer führen zu Streß und Schäden bei Pflanzen. Nicht nur der Rasen der Gärten wird gelb, auch die Waldbäume leiden. Der bis in große Tiefen knochentrockene Waldboden liefert kein Wasser und führt zu massiven Wurzelschäden. 

Gestreßte Bäume oder Bäume mit geschädigten Wurzeln sind sehr anfällig für den Befall von rindenbrütenden Borkenkäfer. Seit Jahren baut sich die Population in erschreckendem Tempo auf. In benachbarten Landkreisen raffen Dürre und Borkenkäfer ganze Waldstücke nieder, Im Landkreis Tuttlingen ist die Situation noch nicht so dramatisch, aber nicht minder gefährlich. Eine weitere Vermehrung zu verhindern gelingt nur bei konsequenter Entseuchung von befallenen Bäumen, notwendig sind: Laufende Kontrollen, früher und schneller Einschlag und Verbringung außerhalb Wald oder die Behandlung der befallenen Hölzer mit Insektiziden.

Aber auch die zu erwartenden Holzerlöse sind eine Herausforderung, denn die Holzpreise sind so schlecht, dass sie sind nicht mehr überall die Kosten der Aufarbeitung decken. Käferholz und Sturmschäden haben den Holzmarkt überschwemmt. Bedingt durch die Corona-Pandemie verarbeitet die Holzindustrie deutlich weniger Holz. Im Wald stockt und staut der Holzabfluß, immer häufiger werden verkaufsfertige Lose von Kunden abgelehnt.

Das fordert die Waldeigentümer und Förster in besonderem Maß.  Die Entseuchung ist aber alternativlos: Um explodierende Schäden durch Borkenkäfer zu verhindern hilft nur entschlossenes Handeln! Deshalb erstellt das Land Baden-Württemberg ein umfangreiches Hilfpaket für den Wald. Betroffene Waldbesitzer können sich beim Kreisforstamt und beim Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz informieren (Stand 25.05.2020: Förderung betroffener Waldeigentümer für 2020 - ausstehend!). 

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen