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Poltern

(Stand 03.04.2020) Beim Rücken werden die Stämme aus dem Bestand sortenweise auf Polter gelegt.
Neben der sortenweisen Lagerung hat das Poltern vor allem Einfluss auf Kleinmengenregelungen. Durch geschickte Wahl des Lagerplatzes kann man den Holzfrächtern die Arbeit erleichtern und umgeht dadurch bei Kleinmengen oft Abschlägen.
Waldbesitzer sollten beim Poltern deshalb folgendes beachten:

Polterregeln:

Wo poltern - und wo nicht?

Ein Polter wird an einem ganzjährig LKW-befahrbaren Waldweg aufgesetzt!

  • Ein LKW befahrbarer Waldweg
    • trägt ein Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht bis 44 t,
    • ist 3,50 m breit,
    • weist ein Lichtraumprofil von ebenfalls 3,5 m auf und
    • hat Kurven die einen Radius von 12 m nicht – oder nur im Ausnahmefall – unterschreiten
    • wird nach einem Hieb wieder so instandgesetzt, dass ein Befahren mit einem vollen LKW gefahrlos möglich ist
    • Polter, für die ein LKW den LKW-befahrbaren Waldweg verlassen muss (z.B. auf Wiesen oder entlang von unbefestigten Wiesenwegen) sind NICHT vermarktbar!
  • Polterung entlang öffentlicher Straßen: Darf aus verkehrsrechtlichen Gründen nur im Abstand von 7 m zum Fahrbahnrand erfolgen (bei einer Kranreichweite von 9 m bereits sehr knapp). Beim Poltern und beim Aufladen des Rundholzes sind Posten zu stellen. Ergo: Nicht entlang öffentlicher Straßen poltern!
  • Polterung auf Wiesen oder Ackerflächen: Vor allem im Frühjahr kann sich die Abfuhr verzögern und Polter bleiben in die Vegetationszeit hinein liegen, das gibt oft Ärger mit dem Bewirtschafter (Förderung!). Poltern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen soll grundsätzlich unterbleiben (einzige Ausnahme: Holz das Ausgangs 3. oder im 4. Quartal verkauft werden kann, oder auf dem selbst bewirtschafteten Grundstück!)
  • Polter in Sackwegen: Muss wann immer möglich unterbleiben, vor allem dann, wenn es am Ende des Sackwegs keine Wendemöglichkeit für einen LKW gibt oder der Sackweg sehr lange ist! Kein dickörtiges Poltern Richtung Sackwegende.
    Abhilfe schafft nur das Schleppen des Holzes in Richtung Anbindung des Sackweges an das Waldwegenetz.

Wie poltern?

  • Konsequent dickörtiges Poltern: Liegt das Holz mit dem Abhieb auf einer Seite so ist die Holzaufnahme einfacher und weniger fehlergeneigt, auch das Beladen des LKW ist deutlich einfacher. Für Stämme, die „andersherum“ aus dem Wald kommen sollte ein weiteres Polter angelegt werden.
  • Bündiges Poltern: Die Abhiebe sollten bündig gepolter sein, das erleichtert das Ablesen der Anschriebe und das Nummerieren der Stämme bei der Holzaufnahme.
  • Saubere Abhiebe: Mindestens die Anschriebe sollten lesbar sein, besser ist es, wenn die Abhiebe komplett sichtbar sind. So lässt sich die korrekte Gütesortierung gut überprüfen und etwaige Holzmerkmale wie Fäule oder Ringschäle erkennen.
  • Alle Stämme müssen in der Kranreichweite eines Holz-LKWs liegen – maximal 8 m von der Wegmitte entfernt!
  • Die Stämme der Polter dürfen nicht in den Wegkörper hineinragen
  • Ein Waldbesitzer: Gleiche Sorte, unterschiedliche Qualität? Zwei parallele Polter, dickörtig bündig anlegen, eines auf jeder Wegseite, warum?
    Beispiel: Stammholz frisch und Stammholz Käfer geht an denselben Käufer, muss aber getrennt bepreist werden und landet deshalb in zwei Losen. Das Holz kann logistisch trotzdem ohne Probleme an denselben Käufer gehen und macht beim Aufladen keinen Mehraufwand!
  • Abfuhrrichtung wenn möglich waldauswärts: Wenn es Rücken und Poltern zulassen, dann erleichtert dickörtiges Poltern Richtung Waldausgang die Logistik erheblich!

Polter und Sortierung!

  • Ein Los
    • ist eine homogene Verkaufseinheit mit Holz ausschließlich einer Sorte! Auf einem Polter dürfen nur Hölzer einer Sorte!
    • bildet sich aus mindestens einem Polter. Es können aber auch mehrere Polter einer Sorte ein Los bilden - es gilt aber, möglichst wenige Polter anzulegen und möglichst viel Holz auf einem Polter zu konzentrieren.
    Technisch schwierig? Es können auch kleinere Polter beidseitig parallel angelegt werden, das ermöglicht Beladen der LKW von wenigen Ladepositionen aus
  • Hölzer mehrerer Waldbesitzer auf einem Polter: Hölzer gleicher Sorte aber unterschiedlicher privater Waldbesitzer dürfen nur in Absprache mit dem Revierleiter auf ein Polter gelegt werden (Zusammenpoltern von Privatwald- und Kommunalwaldholz darf nicht sein!) . Dazu müssen die Stämme  sicher waldbesitzerweise gekennzeichnet sein (z.B. mit den Initialen oder durch Farbe), damit bei der Holzaufnahme eine Zuordnung zum richtigen Waldbesitzer möglich ist.
  • Auf Polter, die bereits aufgenommen sind darf kein weiteres Holz draufgelegt werden – "farbiges" Holz ist tabu!
  • Waldbesitzer in Nachbarschaft: Polter gleicher Sorte von unterschiedlichen Waldbesitzern sollen so gepoltert werden, dass der LKW beim Beladen nicht umgesetzt werden muss, zum Beispiel am Waldweg nebeneinander bei Kurzholz oder direkt gegenüber bei Langholz

Leider - Kleinmengenregelungen!

  • Viele Käufer haben mittlerweile Kleinmengenregelungen: Zu kleine Lose oder zu viele kleine Polter führen zu Preisabschlägen! Dies lässt sich häufig nur durch
    • ausreichend große Lose,
    • für den Holzfuhrmann optimierte Polterung
    • oder Vorkonzentration umgehen.
  • Ohnehin kleine Losgrößen aus dem Privatwald auf viele (kleine) Polter zu verteilen erzeugt auch Kleinmengenregelungen (das ergibt viele Ladepositionen)!
  • Kleinlose unter 10 fm:
    • Kleinmengen sollen zu anderen Poltern (in der Nähe), oder
    • auf zentrale Holzlagerplätze geschleppt werden

Kleinmengenabschläge sind unabhängig von der der Vermeidung von Losen unter 10 Fm in logistischer Alleinlage zu sehen, möglich und zu erwarten. Die 10-Fm Regelung dient vor allem der Sicherstellung, dass das Holz überhaupt vermarktbar ist! Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Holzverkaufsstelle oder Ihren zuständigen Forstrevierleiter!