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06.03.2017

2017/05 Trockenlagerung statt spritzen

Vor allem aus den westlichen Revieren des Landkreises kommen regelmäßig Lose von sehr wertvoller Nadel-Blockware der Baumarten Fichte und Tanne. Hauptabnehmer ist die Firma Echtle in Nordrach, die daraus wertvolle Schnittware für den Sichtverbau herstellt. Die Holzabfuhr ist für die Firma Echtle momentan das Nadelöhr bei der Rohholzbeschaffung. Bleibt die wertvolle Ware während der Käferflugzeit im Wald liegen, dann läuft sie Gefahr durch die Brutbilder des gestreiften Nadelnutzholzbohrers (Trypodendron lineatus) entwertet zu werden. Dieser Borkenkäfer legt das Brutbild im Nutzholz und nicht wie viele andere zwischen Holz und Borke an.

Um dieser Entwertung zu begegnen gibt es mehrere Möglichkeiten. Am besten ist die rechtzeitige Verbringung der Hölzer ins Werk mit zeitnahem Einschnitt. Gelingt das nicht, können die Hölzer auf Nasslagerplätzen eingelagert werden. Da es im Landkreis Tuttlingen keine solchen Plätze gibt bleiben nur die beiden letzten Möglichkeiten: Chemischer Schutz oder Trockenlagerung außerhalb Wald. Der Einsatz von chemischen Schutzmitteln sollte immer die ultima Ratio sein, das sieht auch PEFC so, alle Kommunen und viele Privatwälder sind über die Forstbetriebsgemeinschaften nach diesem Siegel zertifiziert. Kleinere Mengen Holz aber lassen sich ohne größeren Aufwand aus dem Wald verbringen und in genügend großem Abstand zum Waldrand auf Trockenlager neu aufsetzen.

Die Firma Echtle möchte dies nun mit einigen Losen, die sie im Landkreis Tuttlingen eingekauft hat tun. So entstehen wohl in den nächsten Tagen für die Dauer von bis zu 12 Wochen zunächst zwei Trockenpolter. Eines am Rand des Sportplatzes in Durchhausen und ein weiteres am Parkplatz zwischen Aldingen und Aixheim. So kann der Wert der Hölzer erhalten werden und die Natur braucht nicht durch eine chemische Schutzspritzung belastet werden.

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen