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18.01.2021

2021/02 Dem Buchenborkenkäfer auf der Spur

Letzten Sommer konnte auch in unserem Landkreis vereinzelt der kleine Buchenborkenkäfer beobachtet werden. Im Aussehen und in der Größe ähnelt er stark dem Kupferstecher, der die Fichte befällt, denn sie gehören zur gleichen Unterfamilie der Borkenkäfer.
Er befällt allerdings nicht die Fichte, sondern wie sein Name schon sagt vor allem die Buche. Gelegentlich macht er sich auch an anderen Laubbäumen zu schaffen, wie zum Beispiel an der Hainbuche, der Eiche und der Birke.

Vorzugsweise besiedelt er absterbende Äste und gefällte Stämme. Allerdings kann er auch an gesunden, aber geschwächten und gestressten Buchen vorkommen. Vor allem nach längerer Trockenheit oder plötzlicher Freistellung sind die Bäume geschwächt, so dass sich die Käfer gut vermehren können. Er gehört damit zu den sogenannten Sekundärschädlingen.

Durch den Fraß der Käfer und der Larven innerhalb der Rinde wird der Baum stark geschwächt und stirbt ab. Die ersten Anzeichen dafür sind eine schüttere Krone oder das Eintrocknen von einzelnen Ästen.

In der Forstwirtschaft spielt er noch keine große Rolle, da er im Regelfall keinen allzu großen Schaden anrichtet. Weil er bereits geschwächte Bäume befällt und das oft in Kombination mit anderen Schädlingen, wie dem Buchenprachtkäfer, oder als Teil der Buchenkomplexkrankheit, ist der wirtschaftliche Verlust, der durch das Absterben der Bäume entsteht, nicht direkt dem kleinen Buchenborkenkäfer zuzuschreiben. Mit Blick auf den Klimawandel und den dadurch zu erwartenden häufiger auftretenden Trockenjahren wird die Bedeutung des kleinen Buchenborkenkäfers sicher steigen. Denn bei günstigen Bedingungen kann er sich sogar kalamitätsartig vermehren.

Biologie des kleinen Buchenborkenkäfers:

  • Der kleine Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor) ist 1,6 bis 2,2 Millimeter klein, braun bis schwarz gefärbt und walzen- bis zylinderförmig. Die Larven sind weißlich gefärbt, beinlos, bauchseits gekrümmt und haben eine braune Kopfkapsel.
  • Er tritt mit zwei Generationen im Jahr auf. Die Hauptflugzeiten sind im März und im Mai/Juni. Meistens jedoch überlappen sich die beiden Generationen.
  • Unter der Rinde ist das Brutbild zu erkennen. Dieses besteht aus meist fünf bis acht Gängen, die unregelmäßig sternförmig zueinander angeordnet sind. Die einzelnen Käfergänge überkreuzen sich häufig, wodurch das Fraßbild sehr ungeordnet wirkt.
  • Von außen sind auf der Rinde die etwa einen Millimeter kleinen Einbohrlöcher zu erkennen, oft in Verbindung mit zahlreichen schwarzen Schleimflussflecken. Diese verteilen sich wie Wasserspritzer über den gesamten Stamm. Das, aus den Einbohrlöchern ausgeworfene Bohrmehl sammelt sich bei guter Witterung am Stammfuß auf Moss oder Blättern.
Autor/in: S. Neitzel, Kreisforstamt Tuttlingen