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08.07.2022

2022/08: Frischholzeinschlag drosseln!

Wer kann, sollte aktuell auf den Einschlag von frischem Nadelholz verzichten! Warum? Am Nadelrundholzmarkt ist eine Sättigung zu beobachten, die Lieferverträge sind für das erste Halbjahr komplett ausgeliefert, das 3. Quartal ist bereits weit angedient. Die Sägewerke sind komfortabel mit Rundholz versorgt und in vielen Nasslagern wird die Sommerversorgung der Werke konserviert. Außerdem wirkt eine Verunsicherung auf die Branche, die der wirtschaftlichen Gesamtsituation folgt: Ukrainekrieg, Rohstoffverfügbarkeit, Änderung in der Zinspolitik und wegfallende KwF Fördermöglichkeit dämpfen vor allem die Baubranche.

Wer jetzt frisches Holz an den Markt bringt, muss das Holz entweder schutzspritzen oder unter Wasser legen. Trocken gelagertes Holz läuft zudem Gefahr durch Bläue oder Rotstreifigkeit massiv an Wert einzubüsen. Auch die Rechnungsstellung kann im Moment nicht zeitnah erfolgen!

Holz aus Borkenkäferbefall soll dagegen rasch aufgearbeitet und an den Waldweg gerückt werden. Mit einem schnellen Abfließen des Schadholzes kann ebenfalls nicht gerechnet werden, aber wenn das Schadholz am Waldweg lagert können andere Entseuchungsmöglichkeiten abgewogen und ergriffen werden.

Was bringt der Herbst?

Die Situation beim Nadelrundholz wird sich voraussichtlich erst im Laufe des frühen Herbstes entspannen. Wir empfehlen, dass WaldeigentümerInnen ihren Einschlag in den Herbst verschieben und vor dem Einschlag Kontakt mit den zuständigen Revierleitenden oder der Holzverkaufsstelle aufnehmen.

Anders als im vergangenen Jahr kann über die Sommermonate Industrieschichtholz ("Papierholz") aus jungen Durchforstungsbeständen produziert werden. 

Für Laubholz gibt es in der kommenden Einschlagssaison sehr gute Marktaussichten: Für alle Laubholzsortimente (ST, SP, BL) zeigt die Preistendenz in deutlichen Sprüngen nach oben. Laubholzeinschläge aus dem Privatwald müssen zwingend am stehenden  Bestand besprochen werden!

Der Einschnitt der Firma Schneider im neuen Werk in Meßkirch nimmt Fahrt auf. Zu Begin 2023 möchte die Firma weitgehend unter Volllast arbeiten. Der neue Nadelrundholzkäufer eröffnet auch für den Privatwald im Kreis neue, sehr direkte und interessante Vermarktungsmöglichkeiten. Da das Werk und der Einkauf dafür einige Besonderheiten bereithalten ist eine Absprache von Menge, Aushaltung und Bereitstellung vorab unbedingt notwendig. Die HVS wird die Privatwaldeigentümer im Kreis informieren, sobald eine Belieferung des Werks möglich ist.

Autor/in: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen