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2020/05 Vermarktung von Kleinmengen

Ab sofort gilt:

  • Lose unter 10 fm in logistischer Alleinlage werden nicht aufgenommen – und damit auch nicht der Vermarktung zugeführt.
  • Logistische Alleinlage entsteht durch Polter unter 10 fm, bei denen in Kranreichweite kein weiteres Holz der selben Sorte zugeladen werden kann.

Wie kann dieser Zustand vermieden werden?

  • Zusammenlagerung mit Hölzern gleicher Sorte anderer Waldbesitzer (Privatwald oder Gemeindewald)
  • Nutzen von zentralen Lagerplätzen
  • Nur wenige Standardsorten aushalten
  • Eigenverwertung prüfen (Nutzung als Brennholz, vor allem der schlecht bezahlten Sortimente K-Holz dund Kilben)
  • Ausreichend Holz einschlagen, keine Mini-Eingriffe (2020 in der Sturm-, Käfer und Coronasituation bitte nur so viel wie unbedingt notwendig machen!)

Umsetzung

Das Kreisforstamt ist mit den Revierleitenden und der Holzverkaufsstelle bemüht, so viel wie möglich Holz aus Privatwäldern dem Verkauf zuzuführen. Deshalb bitten wir die Waldeigentümer, die nachfolgenden Tipps vor dem Arbeitsbeginn aufmerksam durchzulesen:

  1. Sprechen Sie mit Ihren Waldnachbarn über die Lagerung der Hölzer und erzeugen Sie durch gemeinsame Lagerung ausreichend große Verkaufseinheiten
  2. Sprechen Sie mit den Revierleitenden über Möglichkeiten mit anderen Waldbeistzern oder mit Holz aus öffentlichem Wald zusammen zu lagern
  3. Nutzen Sie die ausgewiesenen zentralen Holzlagerplätze - vor allem für die Nebensortimente
  4. Halten Sie sich an die Vorgaben zur Sortierung, Aushaltung und Vermessung - Aktuell: Aushaltung im Sturm-, Käfer und Dürrholz
  5. Halten Sie sich an die Vorgaben zum Poltern
  6. Kennzeichnen Sie Ihr Holz bei Zusammenlagerung deutlich
  7. Legen Sie kein Holz auf Polter, die bereits aufgenommen sind - "farbiges" Holz ist tabu

Das Kreisforstamt stellt (zusammen mit der Stabstelle GIS des Landkreises) eine digitale Karte für die Bewirtschaftung des Kleinprivatwaldes zur Verfügung. In der digitalen Karte stehen folgende Informationen zur Verfügung:

  • Holzlagerplätze: Mit Lage und Bezeichnung
  • LKW-befahrbare Waldwege: Nur an diesen Wegen darf überhaupt Holz gelagert werden
  • Gemeindegrenzen und Flurstücke (mit Außengrenzen und Nummern)
  • Rettungspunkte für den kreisweiten forstlichen Rettungsplan

Viele Informationen sind erst ab einem bestimmten Maßstab sichtbar, also erst dann, wenn man weit genug in die Karte hinein gezoomt hat. Die Themen können über den Menüpunkt Layer ein- und ausgeblendet werden. Die Lagerplätze werden in den nächsten Wochen für alle Reviere in der Karte ergänzt. 

Hintergrund

Seit 2015 ist eine Verknappung der Fuhrkapazität für Rundholz zu beobachten, dies hat mehrere Gründe:

  • Weniger Fuhrunternehmen in der Rundholzlogistik
  • Weniger Berufskraftfahrer in der Rundholzlogistik
  • (mobile) Kontrollen der LKW und der Auflastung
  • Elektronische Erfassung der Fahrdaten von LKW und Fahrer, inclusive der Lenk- und Ruhezeiten und den täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten

Neben der Verknappung der Kapazität führen die aktuellen Engpässe auch zu einer Verteuerung der Logistikdienstleistungen – dem Holztransport. Und dies führt zu einer Verteuerung des „Frei-Werk-Preises“ von Rohholz. Nicht selten läuft diese Entwicklung zu Ungunsten des Waldbesitzes, vor allem dann, wenn der Käufer weit vom Werk entfernt liegt. Just-in-time Lieferungen von Rundholz ist bei vielen größeren holzverarbeitenden Betrieben mittlerweile Normalität und erhöht den Druck auf die Fahrer noch einmal. Einen ausführlichen Beitrag zum Thema lesen Sie HIER..

In den Kalamitätsjahren 2017-20 hat sich die Situation um Rundholzlogistikdienstleistungen deutlich verschärft. Am deutlichsten zu spüren ist dies an den Aufschlägen für Kleinmengen bis hin zur Weigerung, Kleinmengen überhaupt noch zu transportieren. Der Waldbesitz läuft Gefahr, Lose mit geringen Poltergrößen nicht mehr vermarkten zu können.

Autor: Holzverkaufsstelle Landkreis Tuttlingen