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Allgemeine Hinweise

Die RVR kennt allegemeine Merkmale, die für alle Baumarten in gleicher Weise gelten, ergänzend dazu gibt es die baumartspezifischen Merkmale.

Allgemeine Hinweise für die Anwendung der Sortiertabellen

  • Zusätzliche Regelungen, Hinweise und Klarstellungen zu den Angaben in der Sortiertabelle sind ergänzt und die Vorgaben für die Merkmalsmessung werden erläutert. 
  • Die Qualitätssortierung bezieht sich auf grundsätzlich auf Frischholz. Von Rindenbrütern befallenes und überlagertes Holz ist kein Frischholz und somit nicht den Qualitätsklassen A, B, (B/C) zuzuordnen.
  • Merkmale, die die entsprechende Qualitätsklasse nicht erfüllen, können durch die sonstige gute Qualität der betreffenden Klasse ausgeglichen werden.
  • Merkmale, deren einzelne Ausprägung keine Abstufung bedingt, können durch den Gesamteindruck des Stammes eine Abstufung bewirken.
  • Klammerstammaushaltung ist möglich (mindestens 3 Meter Länge bei A und B, regionsspezifische Ausnahmen sind möglich).
  • Mischlose sind zwischen Marktpartnern einvernehmlich vereinbar.

Exzentrizität

Exzentrizität bezeichnet die Abweichung der Lage der Markröhre vom geometrischen Mittelpunkt der Querschnittsfläche des Rundholzes. Der Mittelpunkt ist der Schnittpunkt zweier senkrecht zueinander stehender Durchmesser. An der Stirnfläche ist der Abstand der Markröhre vom Mittelpunkt zu erheben und als Prozentsatz, bezogen auf den mittleren Durchmesser der betreffenden Stirnfläche anzugeben: A/((D1 + D2)/2)*100

 

Krümmung

Bei der einfachen Krümmung handelt es sich um die Abweichung der Längsachse des Rundholzes von der Geraden, die nur durch eine Biegung in einer Ebene gekennzeichnet ist. Das Kriterium ist in der Regel bei Werkseingangsvermessung von Bedeutung. Hierbei sind die technischen Messparameter in der Rahmenvereinbarung Werksvermessung (RVWV) hinterlegt. Bei der Waldvermessung wird der maximale Abstand in cm (Pfeilhöhe = P) zwischen der konkaven Mantelfläche und einer der innersten Punkte der Stirnenden verbindenden Geraden (L) in Metern ermittelt. Für verschiedene Stärkeklassen sind unterschiedlich Krümmungswerte zulässig. Bezugsdurchmesser ist jeweils der Mittendurchmesser ohne Rinde.

 

Abholzigkeit

Das Merkmal der Abholzigkeit beschreibt die Abnahme der Durchmesser im Verlauf der Längsachse des Rundholzes. Das Kriterium ist in der Regel besonders bei Werkseingangsvermessung von Bedeutung. Hierbei sind die technischen Messparameter in der Rahmenvereinbarung Werksmessung (RVWV) hinterlegt. Bei Waldvermessung wird die Differenz der zwei an den unterschiedlichen Enden ermittelten Durchmesser (D1 und D2) in cm, geteilt durch den Abstand in Metern (L) der Messpunkte berechnet: (D1-D2)/L (in cm/m).
Der Durchmesser ohne Rinde (bei unregelmäßigen Querschnitten aus zwei senkrecht zueinander stehenden Messungen hergeleitet) ist mindestens 50 cm von den Stammenden zu messen, bei Erdstammstücken 1 m vom stärkeren Ende entfernt.
In der Qualitätsklasse  A spielt die Abholzigkeit eine untergeordnete Rolle. Bei Vorhandensein ist eine Absortierung bei ansonsten überdurchschnittlich guter Qualität unerwünscht.

 

Risse

Einfache Kernrisse sind solche, die an der Stirnholzfläche auftreten und die aus einem oder zwei in einer Richtung verlaufenden Risse besteht. Gemessen wir die sichtbare Risslänge (A). Sie wird als Bruchteil des Durchmessers (D) der Stirnfläche ohne Rinde angegeben. Bei unregelmäßigen Querschnitten wird D aus zwei senkrecht zueinander sehenden Messungen hergeleitet.

Das Rissbild des Sternrisses besteht aus zwei oder mehreren in verschiedene Richtungen verlaufenden Rissen. Die Messung findet durch Ermittlung des größten Abstandes (A) zwischen zwei Parallelen, die den Enden der Radialrisse folgen, statt. Angegeben wird A als Bruchteil des Durchmessers D der Stirnfläche.

Bei einer Ringschäle handelt es sich um einen Riss, der dem Verlauf eines Jahrrings folgt und sich auf der Stirnfläche zeigt. Gemessen wird der Durchmesser A jenes Kreises, in dem der Ringriss als Bogen auftritt, ausgedrückt als Bruchteil des Durchmessers (D, ohne Rinde) der Stirnfläche.
Seichte, oberflächliche Trocknungsrisse stellen kein entwertendes Holzmerkmal dar.

Besonderheit Buche: Ein durchgehender einfacher Kernriss tritt an der Stirnfläche aus und setzt sich zweimal auf der Mantelfläche fort. Gemessen wir die sichtbare Risslänge (R) entlang der Stammachse.

Besonderheit Eiche: Bei Frostrissen handelt es sich um längere Risse, die radial vom Splint in Richtung Markröhre verlaufen. Sie entstehen durch Frosteinwirkung am stehenden Baum.