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Buchenstammholz

Äste

Als überwallt werden Äste bezeichnet, die an der Mantelfläche des Rundholzes nicht unmittelbar sondern nur als Rundnarbe (= Astsiegel) sichtbar sind. Die Rundnarbenhöhe gibt Hinweise auf den Durchmesser des überwallten Astes. Gemessen wird die Rundnarbenhöhe (H) und –breite (B) in Zentimeter und als Verhältnis angegeben.
Als gesund werden Äste ohne Anzeichen von Fäulnis bezeichnet und die an der Mantelfläche des Rundholzes sichtbar sind. Nahe an der Mantelfläche ist der kleinste Durchmesser (D) des Astes in Zentimeter zu messen. Der umgebende Kallus ist nicht zu berücksichtigen.
Durch Austreiben schlafender Knospen können Sekundäräste entstehen, die nicht wie Primäräste mit der Markröhre verbunden sind. Bis zu einer Stäke von 2 cm werden sie als Wasserreiser bezeichnet, darüber als Klebäste. Klebäste sind den gesunden Ästen zuzuordnen, auch wenn sie sich in holztechnologischer Hinsicht von Primärästen unterscheiden.
Gesunde Äste sind in Klasse C in normalem Umfang zulässig. Hierbei bezieht sich „normal“ auf die allgemeine, verbale Definition der Qualitätsklasse.
Bei Fäulästen handelt es sich um solche mit erkennbarer Weichfäule.

 

Drehwuchses

Die Messung des Drehwuchses erfolgt an der Stelle der stärksten Faserneigung auf der Mantelfläche. Dabei bleibt bei einem Erdstammstück der erste Meter des Wurzelanlaufs unberücksichtigt. Gemessen wir die Abweichung des Faserverlaufs (AF) von einer Parallelen zu Stammachse in Zentimeter über eine Strecke von einem Meter (AF in cm/m).

 

Insekten

Insekten verursachen Fraßgänge im Holz, die zum Teil auch bei Ansprache der Rinde diagnostiziert werden können.

 

Weißfäule

Bei Weißfäule werden Zellulose, Hemizellulose und Lignin pilzlich abgebaut. Bei der Messung wird der größte Abstand (A) zwischen zwei parallelen Tangenten der im Querschnitt sichtbaren Fäule erfasst, angegeben als Prozentsatz des Durchmessers der beurteilten Stirnfläche. Als Bezugsdurchmesser bei Erdstammstücken gilt der 1 m vom stärkeren Ende entfernt ermittelte Durchmesser ohne Rinde (ggf. Durchführung von zwei senkrecht zueinander stehenden Messungen).
Die Buche bildet fakultativ einen rot oder braun gefärbten, deutlich abgegrenzten Kern. Dieser ist an der Stirnfläche mit der größten Merkmalausprägung als größter Abstand (A) zwischen zwei parallelen Tangenten zu messen. Die Ermittlung des Bezugsdurchmessers an der betreffenden Stirnfläche erfolgt ohne Rinde. Auch sonstige Verfärbungen (außer Spritzkern) sind unter Rotkern zu subsumieren. Dazu zählen auch „Red-spots“ (scharf abgegrenzte punktförmige Flecken). Bei Häufung wird eine einzelvertragliche Regelung empfohlen. In Qualitätsklasse „B Rot“ sind Spritzkerne bis 40% des Durchmessers zulässig.
Eine Sonderform des Rotkerns stellt der Spritzkern dar, der an den Stirnflächen von Buchenstammholz in unregelmäßiger, häufig sternförmiger Art erscheint. Die Messung erfolgt wie beim Rotkern.

 

Schlag oder Fällschäden

Bei Schlag oder Fällschäden handelt es sich um oberflächliche Wunden, die ganz oder teilweise überwachsen sein können. In Qualitätsklasse B sind entsprechende Schäden erlaubt, wenn sie offen (frisch) sind.

 

Rindenschäden/ -merkmale

Rindenschäden/ -merkmale, die T-Flecken oder T-Krebs anzeigen, entstehen durch kleinflächig abgestorbenes Kambium. Sie sind in Qualitätsklasse B in begrenztem Umfang zulässig, in Klasse C in normalem Umfang, wobei sich beide Formulierungen auf die allgemeine Definition der Qualitätsklasse beziehen.