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Holzvermessen

Wer sich nicht sicher ist, wie Sortierung und Vermessung von Rohholz durchgeführt werden muss sollte sich nicht scheuen, beim Kreisforstrevierleiter oder bei der Holzverkaufsstelle Rat einzuholen!

Stammholz

Um einen Stamm korrekt zu vermessen muss folgendes beachtet werden:

  • Für die Vermessung wird ordentliches Werzeug benötigt: Ein Bandmaß, eine geeichte Kluppe und einen Schreiber für den Anschrieb der Stämme!
  • Längenmessung: Die Längenmessung beginnt in der Mitte des Fallkerbs. Stammholz in langer Form wird auf ganze Meter ausgehalten. Stammholz darf aus verkehrsrechtlichen Gründen auf maximal 21 m Länge ausgehalten sein. Bei Stammteilen können auch halbe Meter ausgehalten werden, das hängt aber häufig vom Käufer ab und sollte bereits vor dem Hiebsbeginn mit dem Revierleiter abgesprochen sein. Die Länge wird am Abhieb angeschrieben.
  • Zumaß: Stammholz und Stammteile müssen mit einem Zumaß in der Länge ausgehalten werden. Das Zumaß beginnt am Ende der vermessenen Stammlänge und beträgt 1 % der Stammlänge, mindestens aber 10 cm. Ein 4 m langes Stammteil ist damit mindestens 4,10 m lang, ein 21 m langer Stamm 21,21 m. Es wird empfohlen, beim Zumaß nicht zu kleinlich zu sein!
  • Zopfdurchmesser: Der Zopfdurchmesser liegt am dünnen Ende des Stammes und wird durch den Käufer festgelegt.Der Stamm oder das Stammteil darf maximal so lang sein, dass der Zopfdurchmesser nicht unterschritten wird. Der Zopfdurchmesser wird ebenfalls mit der Kluppe gemessen und forstlich abgerundet.
  • Mittendurchmesser: Der Mittendurchmesser liegt in der Mitte der gemessenen Länge des Stammes - ohne das Zumaß. Er wird mit der Kluppe gemessen. Beim Messen von Durchmessern wird stets „forstlich“ auf den vollen Zentimeter abgerundet. Bei Durchmessern, die größer als 20 cm sind muss zwei Mal – jeweils rechtwinklig zueinander - gemessen werden. Beide Messungen werden forstlich abgerundet, gemittelt und wieder auf den vollen Zentimeter abgerundet. Ist an der Messstelle eine Unregelmäßigkeit (Astquirl, Beule,…) wird gleichweit ober- und unterhalb der Messstelle gemessen und die Ergebnisse forstlich abgerundet gemittelt. Der Mittendurchmesser definiert die Stärkeklasse des Stammes, er wird ebenfalls am Abhieb angeschrieben.
  • Maximaler Abhieb: Der Maximale Abhieb ist vor allem zur Losbildung (homogene Verkaufseinheiten) notwendig. Die Einschnitt-Technologie in den Sägewerken lässt oft nur einen bestimmten maximalen Durchlass zu.
    So trennt der maximale Abhieb momentan das Holz für Werke mit Profilzerspaner (kleiner 65 cm) und Werke mit Gattersägen (bis 80 cm) oder gar Blockbandsägen (80 cm und mehr). Der maximale Abhieb kann orientierend auch mit dem Bandmaß oder einem Meterstab gemessen werden. Wichtig ist es, bei ungleichmäßig geformten Stämmen den größten Durchmesser zu messen.
  • Durchmesser und Rinde: Bei der Durchmesser-messung spielt der Rindenzustand des Stammes eine entscheidende Rolle. In der Regel wird heute „in Rinde“ vermessen. Da zum Verkauf aber nur das Volumen des Holzes – und nicht des Holzes mit Rinde – berechnet wird muss ein „Rindenabzug“ vorgenommen werden. Das erfolgt bei der Holzaufnahme durch den Förster. Je nach Baumart und Stärkeklasse wurden „Rindenabzüge“ für viele Baumarten festgelegt, die durch die EDV dann automatisch verarbeitet werden, der Waldbesitzer oder der Forstwirt braucht dies beim Vermessen nicht zu berücksichtigen.

Anschriebe Stämme

Holzaufnahme und den Verkauf ist es notwendig die Stämme sauber zu beschriften. Dazu werden folgende Angaben benötigt:

  • Baumart: Meist werden die Baumarten abgekürzt (Fi, Ta, Kie, Dgl, Bu, Ah, Es für Fichte, Tanne, Kiefer, Douglasie, Buche, Ahorn oder Esche). Wird nur eine Baumart aufgearbeitet oder sind Verwechslungen ausgeschlossen dann kann der Anschrieb der Baumart auch wegfallen.
  • Länge: Angeschrieben wird die Länge in Metern
  • Mittendurchmesser: Angeschrieben wird der Durchmesser in Zentimetern mit Rinde
  • Güte: Bei Stammholz der Baumarten Fichte und Tanne kann auf den Anschrieb der Güte „B“ verzichtet werden, da dies der Normalfall ist, hier wird nur „C“ oder „D“ angeschrieben. Bei allen anderen Baumarten und bei Stammteilen muss die Gütesortierung konsequent angeschrieben werden
  • Sortenhinweise: Manchmal ist es vor allem zum Rücken sinnvoll, Stämme bereits „im Schlag“ mit Hinweisen zur Losbildung zu versehen.

Industrieholz

Bei der Aushaltung von Industrieholz wird das Holz in langer Form und das Schichtholz unterschieden. Schwächeres Holz wird bei Sortimentslängen von 2 oder 3 m in der Regel als Industrieschichtholz gepoltert, vermessen und verkauft. Stärkeres Holz und längere Sortimente werden als Industrieholz in langer Form vermarktet:

  • Industrieschichtholz: Industrieschichtholz wird meistens in Sortimentslängen von 2 m oder 3 m verkauft. Vor allem beim Holz für Papierschliff ist es wichtig den Mindestzopf von
    8 cm (mit Rinde) exakt einzuhalten. Traditionell wird handgesetztes Schichtholz (2 m Länge) in Beigen von 1.04 m Höhe gesetzt. Beigen, die exakt auf 1,04 m Höhe gesetzt sind werden im konventionellen Raummaß vermessen.
    Das meiste Industrieschichtholz wird heute allerdings von Maschinen gepoltert und im Sektionsraummaß vom Forstrevierleiter vermessen.
  • Industrieholz lang: Industrieholz in langer Form wird wie Stammholz vermessen. Dies geschieht oft als Stichprobenverfahren auf dem Polter, das heißt, die Stämme werden gezählt und ein Teil davon in Länge und Durchmesser gemessen. Der Computer fertigt daraus eine Hochrechnung. Freilich ist auch eine Vollvermessung von jedem Stamm in Länge und Durchmesser möglich.
  • Werksvermessenes Industrieholz: Auch Industrieholz kann im Werk vermessen werden. Dies erfolgt allerdings über das Gewicht des Holzes. Aus jeder Anlieferung wird eine Probe von Holzspänen entnommen und getrocknet. Über den so ermittelten Feuchteanteil der Lieferung wird das Gewicht des absolut trockenen Holzes (t atro) ermittelt und zur Abrechnung gebracht. Diese Methode ist in Deutschland eher die Ausnahme.

Anschriebe Polter

Bei der Holzaufnahme kennzeichnet der Förster jedes Polter mit etlichen Angaben:

  • Holzlistennummer: Sie setzt sich aus der Reviernummer, der Holzlistennummer und der Losnummer zusammen. Das Los ist die Verkaufseinheit und darf nur Holz einer Sorte enthalten. Ein Los kann aus mehreren Poltern bestehen. Damit ist jedes Polter einwandfrei zuordenbar.
  • Polternummer: Mittlerweile werden zu jedem Polter die zugehörigen GPS Daten gespeichert, das erleichtert die Abfuhr des Holzes. Deshalb werden auch die Polter durchnummeriert. Stückzahl und Masse: Bei Werksvermessenem Holz wird die Stückzahl auf die Polter geschrieben, bei Industrieschichtholz oft auch die gemessene und errechnete Masse
  • Forstwirtschaftsjahr: Vor allem „um den Jahres-wechsel“ herum werden die Polter mit der Jahreszahl beschriftet.