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Poltern

Beim Rücken werden die Stämme aus dem Bestand sortenweise auf Polter gelegt.
Neben der sortenweisen Lagerung hat das Poltern vor allem Einfluss auf Kleinmengenregelungen. Durch geschickte Wahl des Lagerplatzes kann man den Holzfrächtern die Arbeit erleichtern und umgeht dadurch bei Kleinmengen oft Abschlägen.
Waldbesitzer sollten beim Poltern deshalb folgendes beachten:

Polterregeln:

Wo poltern - und wo nicht?

  • Ein Polter wird an einem ganzjährig LKW-befahrbaren Waldweg aufgesetzt! Ein LKW befahrbarer Waldweg
    • trägt ein Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht bis 44 t,
    • ist 3,50 m breit,
    • weist ein Lichraumprofil von ebenfalls 3,5 m auf und
    • hat Kurven die einen Radius von 12 m nicht – oder nur im Ausnahmefall - unterschreiten
  • Polterung entlang öffentlicher Straßen: Sollte nicht oder nur dann erfolgen, wenn eine Polterung am Waldweg überhaupt nicht möglich ist.
  • Polterung auf Wiesen oder Ackerflächen: Vor allem im Frühjahr kann die Abfuhr sich verzögern und Polter bleiben in die Vegetationszeit hinein liegen. Poltern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen soll grundsätzlich unterbleiben (einzige Ausnahme: Holz das Ausgangs 3. oder im 4. Quartal verkauft werden kann!)
  • Polter in Sackwegen: Sollte wann immer möglich unterbleiben. Vor allem dann, wenn es am Ende des Sackwegs keine Wendemöglichkeit für einen LKW gibt! Abhilfe schafft hier das Schleppen des Holzes in Richtung Anbindung des Sackweges an das Waldwegenetz.

Wie poltern?

  • Konsequent dickörtiges Poltern: Liegt das Holz mit dem Abhieb auf einer Seite so ist die Holzaufnahme einfacher und weniger fehlergeneigt. Für Stämme, die „andersherum“ aus dem Wald kommen sollte ein weiteres Polter angelegt werden.
  • Bündiges Poltern: Die Abhiebe sollten bündig gepolter sein, das erleichtert das Ablesen der Anschriebe und das Nummerieren der Stämme bei der Holzaufnahme.
  • Saubere Abhiebe: Mindestens die Anschriebe sollten lesbar sein, besser ist es, wenn die Abhiebe komplett sichtbar sind. So lässt sich die korrekte Gütesortierung gut überprüfen und etwaige Holzmerkmale wie Fäule oder Ringschäle erkennen.
  • Alle Stämme müssen in der Kranreichweite eines Holz-LKWs liegen –maximal 8 m von der Wegmitte entfernt!
  • Die Stämme der Polter dürfen nicht in den Wegkörper hineinragen
  • Ein Waldbesitzer: Gleiche Sorte, unterschiedliche Qualität? Zwei parallele Polter, dickörtig bündig anlegen, eines auf jeder Wegseite, warum?
  • Beispiel: Stammholz frisch und Stammholz Käfer geht an denselben Käufer, muß aber getrennt bepreist werden und landet deshalb in zwei Losen. Das Holz kann logistisch trotzdem ohne Probleme an denselben Käufer gehen und macht beim Aufladen keinen Mehraufwand!
  • Abfuhrrichtung wenn möglich waldauswärts: Wenn es Rücken und Poltern zulassen, dann erleichtert dickörtiges Poltern Richtung Waldausgang die Logistik erheblich!

Polter und Sortierung!

  • Ein Los
    • ist eine homogene Verkaufseinheit mit Holz ausschließlich einer Sorte! Auf einem Polter dürfen nur Hölzer einer Sorte!
    • bildet sich aus mindestens einem Polter. Es können aber auch mehrere Polter einer Sorte ein Los bilden - es gilt aber, möglichst wenige Polter anzulegen und möglichst viel Holz auf einem Polter zu konzentrieren.
    Technisch schwierig? Es können auch kleinere Polter beidseitig parallel angelegt werden, das ermöglicht Beladen der LKW von wenigen Ladepositionen aus
  • Hölzer mehrerer Waldbesitzer auf einem Polter: Es können Hölzer gleicher Sorte aber unterschiedlicher Waldbesitzer auf ein Polter gelegt werden. Dann müssen die Stämme aber sicher waldbesitzerweise gekennzeichnet sein (z.B. mit den Initialen oder durch Farbe), damit bei der Holzaufnahme eine Zuordnung zum richtigen Waldbesitzer möglich ist.
  • Auf Polter, die bereits aufgenommen sind darf kein weiteres Holz draufgelegt werden – farbiges" Holz ist tabu!
  • Waldbesitzer in Nachbarschaft: Polter gleicher Sorte von unterschiedlichen Waldbesitzern sollen so gepoltert werden, dass der LKW beim Beladen nicht umgesetzt werden muss, zum Beispiel am Waldweg nebeneinander bei Kurzholz oder direkt gegenüber bei Langholz

Leider - Kleinmengenregelungen!

  • Viele Käufer haben mittlerweile Kleinmengenregelungen: Zu kleine Lose oder zu viele kleine Polter führen zu Preisabschlägen! Dies lässt sich häufig nur durch
    • ausreichend große Lose,
    • für den Holzfuhrmann optimierte Polterung
    • oder Vorkonzentration umgehen.
  • Ohnehin kleine Losgrößen aus dem Privatwald auf viele (kleine) Polter zu verteilen erzeugt auch Kleinmengenregelungen (das ergibt viele Ladepositionen)!
  • Polter von Sorten mit gleichem Käufer: Lose, die die gleiche Verwendung erfahren, gehen häufig auch an denselben Käufer! Es bietet sich an, die Polter dieser Lose in unmittelbarer Nachbarschaft zu setzen. Idealerweise sind diese Polter für den Frächter ohne Umsetzen des Fahrzeugs erreichbar!
  • Dies gilt vor allem für Kilben CD lang, Gipfel und "Rothölzer" (Kiefer, Douglasie, Lärche)
  • Vollkommen einzeln liegende Kleinmengen sollten zu anderen Poltern (in der Nähe) geschleppt werden, oft hilft auch das Schleppen zu den nächstgelegenen Einmündungen an die Hauptholzabfuhrwege!
  • In einigen Revieren gibt es in den Privatwaldbereichen zentrale Holzlagerplätze (zumindest für bestimmte Sortimente) - diese Plätze gilt es zu nutzen!
  • Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Holzverkaufsstelle oder Ihren zuständigen Forstrevierleiter!